Aktion Wald - Bildungscent e.V.

 
 

Was haben Ihre Schülerinnen und Schüler durch die Teilnahme am Programm erlebt? Was haben sie gemacht und selbst verwirklicht?

Die Grundschule Arnkielstraße liegt mitten in Hamburg in einem der dicht bebautesten Stadtteile eingeschlossen von breiten Verkehrswegen. Viele Kinder haben bisher nur wenig Naturerfahrungen gemacht – und „richtigen“ Wald kennen sie schon gar nicht. Aber Hamburg verfügt über große Naturparks und ausgedehnte Naherholungsgebiete mit Waldbeständen die z.T. sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sind.

Die Schülerinnen und Schüler haben durch die Teilnahme am Programm „Aktion Wald“ Wald mit allen Sinnen erlebt. 

Ø  Sie sind mit selbst gebastelten Hörbrillen und einem Führer „blind“ durch Waldstücke gewandert und haben gelauscht was im stillen Wald zu hören ist – eine sehr erstaunliche Erfahrung für die meisten, kam doch eine riesige Liste von Lauten und Geräuschen zusammen.

Ø  Mit einfachen Stethoskopen ausgerüstet sind sie auf Entdeckungsreise gegangen und haben erforscht ob und welche Töne und Geräusche sie in lebenden und toten Baumstämmen hören können.

Ø  Sie haben waldtypische Geräusche erfunden, nachgemacht und mit Aufnahmegeräten festgehalten. Diese Geräusche wurden in dem zeitgleich laufenden Projekt „Dr. Sound“ in einem öffentlichen Live-Konzert professionell verarbeitet und zur finnischen Orchestermusik eingespielt.

Ø  Ebenso wie Hörstudien haben die Schülerinnen und Schüler Geruchsproben gemacht: Wie riecht vermodertes Holz? Riechen verschiedenen Blätter verschieden? Welchen Geruch hat der Waldboden von verschiedenen Stellen? Kann ich Pflanzen nur an ihrem Geruch erkennen? Riechen Tierköttel eigentlich und wenn ja wie(nur für Mutige)?

Ø  Bei den Geschmacksproben gab es eine strenge Regel: Niemand probiert etwas ohne es vorher einem Erwachsenen gezeigt zu haben! Sehr viel Verschiedenes haben die Kinder nicht probieren können, aber wir fanden im Laufe des Jahres doch verschiedene Beeren, Kräuter und Pilze. Auch junge Blätter, Nadelbaumtriebe und Blüten wurden nach eingehender Bestimmung vernascht.

Ø  Dank der Waldspiele die der SDW jährlich veranstaltet, mussten die Fühlerfahrungen nicht auf Moose und Rinden beschränkt bleiben. An verschiedenen Stationen konnten Felle, Federn und Zähne angefasst und verglichen werden.

Ø  Ja und sehen? Sehen konnte jeder auf seine Weise... Während die einen das große Ganze in den Blick nahmen und aus herumliegenden Ästen und Stämmen einen Unterschlupf zu rekonstruieren versuchten gingen die anderen mit dem Fotoapparat auf die Pirsch und hielten Pflanzen, Strukturen und Krabbeltiere fest – ganz auf das Detail konzentriert.

 

Die Schülerinnen und Schüler haben an Hand von Forscherfragen ausgiebig zum Thema Wald gearbeitet – dokumentiert sowohl in individuellen Forscherheften als auch mit Gruppenplakaten und – referaten. Nachfolgend  eine kleine Auswahl an Forscherfragen:

 

Ø  Welche Tiere leben im Wald? Wie sehen sie aus? Wie nennt man ihren Nachwuchs? Wie viel Kinder bekommen sie jeweils? Was fressen sie? Wie überleben sie den Winter?

Ø  Wie viele Insekten und Spinnen leben eigentlich im Wald? Wie entwickeln sie sich. Wo leben sie in welchem Stadium ihres Lebens? Was fressen sie? Sind sie gefährlich für die Bäume, Tiere oder Menschen?

Ø  Welche Pflanzen wachsen bei uns im Wald? In welche Gruppen kann man sie einteilen? Wie viele verschiedene Bäume gibt es bei uns? Wie alt können sie werden?

Ø  Wie viele verschiedene Pilzarten gibt es in diesem Waldstück? Wo wachsen sie? Welche sind giftig, ungenießbar oder lecker? Essen Tiere Pilze und wenn ja, welche?

Ø  Wo schlafen die Tiere eigentlich? Warum sehen wir keine großen Tiere im Wald? Losung, Fraßspur und Gewölle – welche Spur gehört zu welchem Tier? Wo und wie leben Eichhörnchen, Eule und Co im Wald – es sind sehr individuelle motivierte und ausführliche Tierportraits entstanden.

Ø  Kiefer, Erle, Eiche und Birke – welcher Baum hat welche Form, Krone, Blätter und Rinde. Was passiert mit den Bäumen im Wald wenn sie krank sind? Was macht man aus den Bäumen?

Ø  Welche Berufe gibt es rund um den Wald? Was macht ein Wildhüter, Förster oder Waldarbeiter und wie kann man das werden?

Die Kinder haben Pflanzen und ihre Bestandteile untersucht, gesammelt und sortiert. Sie haben Tiere entdeckt, beobachtet und fotografiert. Die Sammlungen wurden z. T. in die Schule mitgenommen (ohne die Tierchen) und dort gezeichnet und für die Allgemeinheit ausgestellt. Das alles sind Kompetenzen, die laut Bildungsplan im Sachunterricht der Grundschule erworben werden sollen – das Programm Waldkiste sorgt für einen motivierenden und nachhaltigen Rahmen.

Zum Abschluss haben wir unsere Phantasie spielen lassen. Nachdem die Schülerinnen und Schüler mit Hilfe von Sachbüchern und eigenen Fotos alle möglichen Insekten und andere  Krabbeltiere, die sie im Wald gesichtet hatten, möglichst naturgetreu gezeichnet und in dem tollen Blankoplakat arrangiert haben kam die Idee auf unbekannte (oder unerforschte) Insekten zu erfinden. So entstand ein weiteres Plakat mit all den unentdeckten zoologischen Sensationen. Begleitend dazu haben einige Kinder zwei Memoryspiele entwickelt, bei dem man die Bilder und echten Namen oder die Bilder und die Phantasienamen zusammenfinden muss. Sehr witzig und gar nicht so einfach zu bewältigen – und ein schönes Produkt von Schülerinnen und Schülern, dass auch von anderen genutzt werden kann.

Was  ist durch die Teilnahme an diesem Programm an ihrer Schule in Bewegung geraten?

Wir haben verstärkt kleine und größere Ausflüge in die umliegende Natur unternommen und dort die Themen des Sachunterrichts verortet.

Wir haben unseren großflächigen und abwechslungsreichen Schulhof neu in den Blick genommen und zum Forschungsobjekt gemacht. Dort stehen viele alte und auch seltene Bäume, es gibt viele Tiere zu entdecken und zu beobachten, man kann Blumen pflücken und Blätter und Wildfrüchte zum Basteln sammeln.

Der in die Jahre gekommene Schulgarten wurde reaktiviert und mit Erdbeeren, Kartoffeln, Radieschen, Karotten und Kräutern bepflanzt. Dazu haben Lehrerinnen Fortbildungsangebote wahrgenommen, u.a. zum Thema Smartgarden.

Wir nutzen intensiv die Angebote der Naturschutzorganisationen in Hamburg, des Botanischen Gartens, des Zentrums für Umweltschutz und Schulbiologie – besonders seit diese neuerdings z.T. kostenlos  sind und wir nur noch das Fahrgeld dorthin auftreiben müssen.

Wir sind seit Oktober 2015 offiziell anerkannte Unesco-Projekt-Schule und freuen uns, dass auch das Programm „Waldkiste“ zu den Unesco-ausgezeichneten Projekten gehört.

Wir denken über eine Bewerbung als Klimaschule nach und befinden uns im Schulalltag mitten in der Diskussion darüber wie das zu verwirklichen ist.

Mit welchen Argumenten würden Sie anderen eine Teilnahme an diesem Programm empfehlen?

Das Programm „Aktion Wald“ hat in der Grundschule Arnkielstraße bei einigen Kolleginnen als Initialzündung gewirkt. Die Waldkiste enthält vielfältige motivierende Materialien, Werkzeuge und Aufgabensets mit denen sich sofort und ohne weiteren Aufwand verschiedenste Projekte in Angriff nehmen lassen. Das kompetente und freundliche Team des Programms hilft effektiv und unbürokratisch bei allen Eventualitäten. Die Datenbank des Projekts mit Praxisbeispielen und Berichten ist ein großartiger Ideenfundus. Die 200 € haben uns sehr geholfen, denn wir mussten viele Fahrgelder in die Umgebung aufbringen. Jetzt freuen wir uns noch auf das große Pflanzpaket für unseren neuen Schulgarten/Schulhof.

Aktuelles

Termine für individuelle Beratungsgespräche bietet die Schulleitung nach tel. Absprache an. Vereinbaren Sie einen Termin unter 040/428-9357-40.

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