Stufen


Aufführung im Projekt Lebenslust am 27.1.2017

                                                                     Stufen

                                                      Gedicht von Hermann Hesse

 Während die 75 Zuschauer die Plätze des Theaters einnehmen, sitzen die 16 Schauspieler  im Nebenraum und bereiten sich mit Sprech –und Entspannungübungen auf die Aufführung vor. Im Raum ist eine angeregte und aufgeregte Stimmung. Alle Seniorinnen haben sich vom Friseur schön machen lassen. Einzeln betreten die Paare den Theatersaal im Bürgertreff Altona Nord und beschreiben die Schönheit des Parks, dargestellt durch drei Bäume, künstlerisch geschaffen von den Schülern der 3c und den Senioren aus dem Stadtdomizil, die mit roten Äpfeln, bunten Blättern und Vögeln den Park wunderbar symbolisieren.

Jede Zeile des Gedichtes Stufen, wird einzeln vorgelesen und von den Schauspielern mit Gesang und Bewegung dargstellt. Aus Tüchern erblüht eine Rosenknospe und verwelkt.

Die Kindheit verbeugt sich vor dem Alter. Kinder und Senioren erzählen sich von ihren Tugenden und Fähigkeiten und versuchen, das Leben immer wieder neu zu entdecken, dargestellt durch einen Tanz, in dem die Partner gewechselt werden. Das Bestaunen von Seifenblasen, die real und imaginär durch die Luft schweben, zeigt den Zauber, der jedem Anfang inne wohnt, wie Hermann Hesse schreibt. Alle Schauspieler stellen sich die Frage: Wollen wir dort hinreisen wo die Seele hingeht? Wie könnte es dort aussehen? Und so entstehen viele Antworten:  Die Seele fliegt wie ein Vogel, dort kann ich mein Elternhaus wieder sehen,  lieb gewordene Menschen wieder treffen, aber nur die, die nett zu mir waren. Mit dem Lied Freude schöner Götterfunken endet das Stück, weil die Freude groß darüber ist, dass das Leben so schön sein kann und der Tod nicht so dunkel und unheimlich sein muss, wie er oft beschrieben ist.

Die Zuschauer sind begeistert und es gibt viel Applaus. Danke den tollen Schauspielern, also den 8 Kindern der 3b und den 8 Senioren, die an Demenz erkrankt sind, aus dem Stadtdomizil, die dieses schwierige Gedicht so einfühlsam erzählt haben.

Text: Jutta Wilhelm / Fotos: Sybille Ekrut

Förderung über den Themenfonds „Generation JA – Jung und Alt gemeinsam“ der Bürgerstiftung Hamburg